Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren e.V.   seit 1925

 

Presseberichte 2021

PRESSEMITTEILUNG

Ang­ler­ver­ei­ni­gung Donaueschingen-​Pfohren e.V. im Ein­satz für die Um­welt

05.10.2021

Re­na­tu­rie­rungs­maß­nah­men, Müll­sam­mel­ak­tio­nen und Auf­wer­tung von Öko­sys­te­men – all das sind Ak­ti­vi­tä­ten, die man zu­nächst nicht in ers­ter Linie einem An­gel­ver­ein zu­schrei­ben würde. Doch der Gewässer-​ und Na­tur­schutz hat für die Ang­ler­ver­ei­ni­gung Donaueschingen-​Pfohren einen sehr hohen Stel­len­wert. Der rück­sichts­vol­le Um­gang mit Ge­wäs­sern steht beim Ver­ein, der zur­zeit rund 200 Mit­glie­der zählt, im Fokus. Zahl­lo­se Ar­beits­stun­den ver­brin­gen die Mit­glie­der mit Ge­wäs­ser­rei­ni­gun­gen, Auf­wer­tung von Öko­sys­te­men und Re­na­tu­rie­rungs­pro­jek­ten, die sie in enger Ab­stim­mung mit dem Um­welt­bü­ro des Ge­mein­de­ver­wal­tungs­ver­bands Do­nau­eschin­gen vor­neh­men.

Ein um­fangs­rei­ches Pro­jekt die­ser Art ist die Re­na­tu­rie­rung des Bul­zen­gra­bens, für das im Juni 2021 der Start­schuss fiel. Das in frü­he­ren Jah­ren was­ser­bau­tech­nisch be­gra­dig­te Ge­wäs­ser wird von den Ang­lern in Hand­ar­beit wie­der na­tur­nah ge­stal­tet. Hier­zu wer­den im Bach­bett mit dem Ein­brin­gen von Stör­stei­nen, Holz­buh­nen und Pflan­zen Struk­tu­ren ge­schaf­fen. „Das trägt zu einer Ver­bes­se­rung der Le­bens­be­din­gun­gen vie­ler Tier- und Pflan­zen­ar­ten bei. Bei­spiels­wei­se fin­det man hier wie­der Stein­flie­gen­lar­ven, was für eine sehr gute Was­ser­qua­li­tät spricht“, er­klä­ren der Ver­eins­vor­sit­zen­de Wer­ner Mat­tes und Ge­wäs­ser­wart Vol­ker Mül­ler. Der Bul­zen­gra­ben sel­ber wird von den Ang­lern nicht be­fischt, weil das Ge­wäs­ser als Kin­der­stu­be zahl­rei­cher Fisch­ar­ten gilt.

„Wir sind dank­bar, dass wir auch in die­sem Be­reich einen so en­ga­gier­ten Ver­ein in un­se­rer Stadt haben. Sie leis­ten einen gro­ßen Bei­trag zum Schutz und die Ent­wick­lung un­se­rer hei­mi­schen Ge­wäs­ser und brin­gen ihr Ex­per­ten­wis­sen in vie­len Be­rei­chen zum Ein­satz. Uns ist durch­aus be­wusst, wie viel Auf­wand und En­ga­ge­ment bei­spiels­wei­se für zu­sätz­li­che Auf­ga­ben wie Elek­tro­be­fischun­gen und Re­na­tu­rie­run­gen not­wen­dig ist. Sie in­ves­tie­ren einen gro­ßen Teil ihrer Frei­zeit in zahl­rei­che Pro­jek­te – dafür vie­len Dank!“, hob Ober­bür­ger­meis­ter Erik Pauly lo­bend her­vor, der be­ein­druckt von den vie­len Ein­satz­be­rei­chen war. Auch Pfoh­rens Orts­vor­ste­her Ger­hard Feucht be­dank­te sich für die viel­fäl­ti­gen und un­er­müd­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten der Ang­ler.    

Bei der Re­na­tu­rie­rung des Do­nau­zu­sam­men­flus­ses leis­ten die Ang­ler eben­falls einen wich­ti­gen Bei­trag. Jedes Mal, bevor die Bag­ger an­rück­ten, haben die Ang­ler mit­tels Elek­tro­be­fischung den Fisch­be­stand ge­bor­gen und in einem an­de­ren Ge­wäs­ser­ab­schnitt wie­der in die Frei­heit ent­las­sen.

Von An­fang an be­glei­te­ten sie die Maß­nah­me und haben beim Groß­pro­jekt al­lein im ver­gan­ge­nen Jahr bei ins­ge­samt fünf Be­stands­ber­gun­gen 62.320 Fi­sche, 22 Fisch­ar­ten in 684 Ar­beits­stun­den do­ku­men­tiert. Bei zehn Be­stands­ber­gun­gen in die­sem Jahr wur­den in 615 Ar­beits­stun­den 18.816 Fi­sche und 21 Fisch­ar­ten do­ku­men­tiert.

Auch hier ist die Ang­ler­ver­ei­ni­gung Donaueschingen-​Pfohren im Ein­satz: bei der alten Stil­len Musel, die vor vie­len Jah­ren Opfer was­ser­bau­li­cher Re­gu­lie­rung wurde. Schon vor ei­ni­ger Zeit wur­den dort ein­ge­setz­te Sohl­scha­len ent­nom­men, jetzt will die Stadt Do­nau­eschin­gen über einen wei­te­ren Ab­schnitt von etwa 900 Me­tern die Sohl­scha­len ent­neh­men und das Ge­wäs­ser ins­ge­samt wie­der re­na­tu­rie­ren, damit Fi­sche und was­ser­be­woh­nen­de Kleinst­le­be­we­sen Versteck-​ und Rück­zugs­mög­lich­kei­ten be­kom­men. Die Ang­ler­ver­ei­ni­gung hilft auch hier mit, mit­tels Elek­tro­be­fischung den Fisch­be­stand zu ber­gen und an an­de­rer Stel­le wie­der frei­zu­las­sen.

Schon seit vie­len Jah­ren, seit dem Jahr 2013 ist die Ang­ler­ver­ei­ni­gung Donaueschingen-​Pfohren mit der Auf­wer­tung des Öko­sys­tems Ried­see be­schäf­tigt. In den Jah­ren 2013 bis 2021 brach­te es der Ver­ein hier auf ins­ge­samt 2.180 Ar­beits­stun­den. Die Ge­hölz­pfle­ge, die Ein­brin­gung von Laich­sub­strat, in dem Fi­sche ihre Eier ab­le­gen kön­nen und auch das Ein­brin­gen von so­ge­nann­ten „Un­ter­stän­den“ für die Fi­sche, die sie vor den Kor­mo­ra­nen schüt­zen sol­len, ge­hö­ren zu den stän­di­gen Auf­ga­ben der Ver­eins­mit­glie­der.

Mit re­gel­mä­ßi­gen Müll­sam­mel­ak­tio­nen will der Ver­ein, bei dem die Ju­gend­ar­beit groß­ge­schrie­ben wird, nicht nur für ein funk­tio­nie­ren­des Öko­sys­tem sor­gen und die Um­welt schüt­zen, son­dern auch in der Öf­fent­lich­keit das Be­wusst­sein für die Um­welt stei­gern.

Nach ge­ta­ner Ar­beit wid­men sich die Mit­glie­der der Ang­ler­ver­ei­ni­gung Do­nau­eschin­gen/Pfoh­ren doch auch gerne dem An­geln, aber auch hier legen sie Wert auf Um­welt­ver­träg­lich­keit. Schon­zei­ten und Min­dest­ma­ße der ge­an­gel­ten Fi­sche sind ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben. Die 120 ak­ti­ven Fi­scher des Ver­eins haben sich auf län­ge­re Schon­zei­ten und auch grö­ße­re Min­dest­ma­ße der Fi­sche ge­ei­nigt. Auf ihrer Home­page stel­len sie ihre Tä­tig­kei­ten vor: www.avdonaueschingen-​pfohren.de

2021-09-30_Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren: Ge­wäs­ser­wart Vol­ker Mül­ler (links) und der Ver­eins­vor­sit­zen­de der Ang­ler­ver­ei­ni­gung Donaueschingen-​Pfohren Wer­ner Mat­tes (rechts) stell­ten Ste­fa­ny Lam­bot­te vom Um­welt­bü­ro des Ge­mein­de­ver­wal­tungs­ver­bands Do­nau­eschin­gen, Ober­bür­ger­meis­ter Erik Pauly und Pfoh­rens Orts­vor­ste­her Ger­hard Feucht ihre Ak­ti­vi­tä­ten vor. Auch der Bul­zen­gra­ben (ein Teil davon ist hier im Bild zu sehen), wird von den Ver­eins­mit­glie­dern ge­hegt und ge­pflegt.

PRESSEMITTEILUNG

Be­su­cher­len­kungs­kon­zept für den Ried­see nimmt Form an

30.09.2021

Am Ried­see ist an son­ni­gen Wo­chen­en­den viel los. Es tum­meln sich Ba­de­gäs­te, Ang­ler, Dau­er­cam­per und Ta­ges­tou­ris­ten von Nah und Fern. Man­che er­kun­den auch das Ge­wäs­ser mit Stand-​up-Paddle, Kanu oder Schlauch­boot. Aber nicht nur die Men­schen füh­len sich hier wohl: Der Ried­see be­hei­ma­tet auch viele schüt­zens­wer­te Tiere und Bio­to­pe.

Doch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gab es häu­fi­ger Kon­flik­te zwi­schen den ver­schie­de­nen Nut­zungs­an­sprü­chen an dem Pfoh­re­ner Ried­see. Dau­er­cam­per be­schwer­ten sich über den Lärm von nächt­li­chen Par­ties, die Ang­ler muss­ten zwi­schen dem Müll von Ba­de­gäs­ten an­geln, und emp­find­li­che Brut­vö­gel wur­den durch Be­su­cher ge­stört, die sich nicht an Sper­run­gen hiel­ten. Wil­des Par­ken gibt es an ver­schie­de­nen Stel­len. Die Stadt hat des­halb ein Be­su­cher­len­kungs­kon­zept in Auf­trag ge­ge­ben, das für eine Ent­flech­tung der Nut­zungs­an­sprü­che sor­gen soll.

Be­ar­bei­tet wird das Be­su­cher­len­kungs­kon­zept durch die Um­welt­wis­sen­schaft­le­rin und Me­dia­to­rin für Um­welt­kon­flik­te Fran­zis­ka Par­ton von der BHM Pla­nungs­ge­sell­schaft. Sie be­such­te die­sen Som­mer den Ried­see ei­ni­ge Male, um die lo­ka­len Ak­teu­re vor Ort an­zu­tref­fen und zu in­ter­view­en. „Ein rich­ti­ger Schatz, den die Pfoh­re­ner hier vor Ort haben, und die­ser soll­te auch von allen ent­spre­chend Wert­schät­zung er­fah­ren, meint Par­ton.

Nach der Re­cher­che vor Ort wer­den nun im Herbst und Win­ter die Er­geb­nis­se zu­sam­men­ge­tra­gen und es wird ein Maß­nah­men­kon­zept ent­wi­ckelt. Dazu zählt unter an­de­rem ein ein­heit­li­ches Beschilderungs-​ und In­for­ma­ti­ons­kon­zept sowie In­for­ma­tio­nen zu der ge­schütz­ten Flora und Fauna des Ried­sees. Doch Schil­der al­lein wer­den das Pro­blem nicht lösen. Lärm und Müll sowie das Be­tre­ten ge­schütz­ter Be­rei­che müs­sen un­ter­bun­den wer­den.

Hier ist aber auch die Ei­gen­ver­ant­wor­tung der Be­su­cher we­sent­lich. Par­ton meint: „Es braucht ver­läss­li­che Ab­spra­chen zwi­schen den Ak­teu­ren hier am Ried­see, um gute Lö­sun­gen für die Ver­ein­bar­keit ihrer ver­schie­de­nen An­sprü­che an den Ort zu fin­den.“ Bei­spiel­haft sei da die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen dem An­gel­ver­ein und Ver­tre­ter/innen des Na­tur­schut­zes be­züg­lich der Vo­gel­brut­zei­ten. Hier habe man sich dar­auf ge­ei­nigt, be­stimm­te Flä­chen wäh­rend der Brut­zeit nicht zu be­tre­ten. Sol­che Ab­spra­chen brau­che es mehr.

Um­welt­be­auf­trag­ter Ger­hard Bron­ner weist auf die über­re­gio­na­le Be­deu­tung des Ried­sees für schüt­zens­wer­te Vo­gel­ar­ten hin. Zu ihnen ge­hö­ren unter an­de­rem der Hau­ben­tau­cher, Kol­ben­en­te und Teich­rohr­sän­ger sowie zahl­rei­che Win­ter­gäs­te wie Kor­mo­ran, Sil­ber­rei­her und Gän­se­sä­ger. Sogar Pirol, Beu­tel­mei­se und Nacht­rei­her wur­den hier schon nach­ge­wie­sen.

Orts­vor­ste­her Ger­hard Feucht ist es ein An­lie­gen, dass ver­träg­li­che tra­di­tio­nel­le Nut­zun­gen durch die Pfoh­re­ner Be­völ­ke­rung wei­ter­hin mög­lich blei­ben. Ein An­satz­punkt für die Steue­rung der Be­su­cher soll die Re­ge­lung der Zu­gäng­lich­keit mit Fahr­zeu­gen sowie die Park­raum­be­wirt­schaf­tung sein.

PRESSEMITTEILUNG

Eigeninitiative bei Renaturierung des Bulzengrabens

vom 22.04.2021

Mit Anglerhosen und Schaufeln ausgerüstet rücken die Angler der Anglervereinigung Donaueschingen-​Pfohren in ihrer Freizeit dem naturfernen Bulzengraben zu Leibe.Der Bulzengraben beginnt als Abzweig des Gutterquellgrabens östlich von Donaueschingen und mündet bei Pfohren in die Donau. Über praktisch seine gesamte Länge ist der kleine Bach in einem stark begradigten, strukturarmen und damit sehr naturfernen Zustand.

Seit Sommer 2020 arbeiten die engagierten Naturschützer daran, den Bulzengraben, wieder in einen naturnäheren Zustand zu versetzen. Dazu entschlammen sie den zentralen Teil des Baches und lagern das Material seitlich an den Ufern an. Die Helfer legen sich abwechselnde Steil-​ und Flachufer an und pflanzen heimische Sumpf-​ und Wasserpflanzen an. Die ersten Erfolge in Höhe des Anglerheims können sich bereits sehen lassen: In kleinen Schwüngen plätschert der Bach hier vor sich hin. Zahlreiche Fische, Jungfische und Kleinst-​Lebewesen sind neuerdings anzutreffen, wo vormals kaum Tiere zu finden waren. Überhängende Pflanzen und abwechslungsreiche Tiefen und Breiten des Baches bieten vielen Tierarten einen Lebensraum. Auch können sich nun Jungfische besser entwickeln, da sie nun viele Versteckmöglichkeiten finden.

Für die nächsten Jahre haben sich Gewässerwart Volker Müller und Vorstand Werner Mattes gemeinsam mit ihren Anglerkolleg/Innen noch sehr viel vorgenommen: Mehrere Hundert Meter Bulzengraben bis hin zum Abzweig ab dem Gutterquellgraben wollen sie in den nächsten Jahren von Hand auf diese Weise gestalten. Für eine nötige Beschattung des Gewässers sollen eine eingeschränkte Mahd der Ufer und die Pflanzung von Gehölzen an den Uferböschungen sorgen. Die Beschattung schützt das Gewässer vor Überhitzung. Dies ist sehr wichtig für die Wassertiere, da diese unter den zunehmend heißen Sommern und den hohen Wassertemperaturen sehr leiden.

Seine dennoch auch jetzt schon gute Wasserqualität verdankt der Bach dem sehr sauberen Wasser des Gutterquellgrabens, das über eine Wasserweiche eingeleitet wird. Der Bulzengraben ist Laichgewässer für verschiedene heimische Fischarten, darunter die Bachforelle. Sogar das streng geschützte Neunauge zählt zu seinen Bewohnern.

Die ungestörte Entwicklung der tierischen Lebensgemeinschaften ist der Anglervereinigung so wichtig, dass diese auf eine Befischung des Bulzengrabens und des Gutterquellgrabens verzichten.

Die Stadt Donaueschingen sowie das Landratsamt begrüßen die Initiative. Da nur innerhalb des bestehenden Bachbettes gearbeitet wird, ist keine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Dies erspart einen enormen bürokratischen Aufwand. Fachlich begleitet wird das Projekt vom Umweltbüro Donaueschingen.

Andreas Wetzel bei der Arbeit im Bulzengraben. (Bild: Anglervereinigung Donaueschingen-​Pfohren)

Renaturierter Teil des Bulzengrabens. (Bild: Anglervereinigung Donaueschingen-​Pfohren)



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